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Exemplarisch läßt sich so der Wandel der Techniken und Themen von Volker Stelzmann, Lambert Maria Wintersberger und Hermann Albert zwischen den sechziger und den neunziger Jahren nachvollziehen. Auch von Ralf Kerbach, Peter Sorge und Herbert Kaufmann stellen wir jeweils ein frühes und ein aktuelles Bild einander gegenüber.

 

Über das Modellieren von Tierplastiken kam er schon während seiner Schulzeit zur Bildhauerei. Später rückte die menschliche Figur ins Zentrum seines Schaffens und blieb bis zu seinem letzten Großprojekt, dem Brunnen am Berliner Wittenbergplatz, sein wichtigstes Thema.

 

Die Künstler der ersten Stunde, die an den Debatten beteiligt gewesen sind und die Kunstszene maßgeblich geprägt haben, werden mit wichtigen Werken aus dem Jahr 1968 vertreten sein:

Hermann Albert, Ulrich Baehr, Peter Benkert, Rafael Canogar, Bernd Damke, Equipo Cronica, K.H. Hödicke, Herbert Kaufmann, Peter Klasen, Bernd Koberling, Henning Kürschner, Reinhard Lange, Markus Lüpertz, Siegfried Neuenhausen, Wolfgang Petrick, Peter Sorge, L. M. Wintersberger

Ein Schwerpunkt der Ausstellung zeigt die Einflüsse von Pop Art und Hard Edge Malerei, und in ausgewählten Beispielen wird das Prinzip Realismus erneut reflektiert.

Im Dokumentationsraum werden Abbildungen, Texte und Filme gezeigt, die, ausgehend von der Geschichte der Galerie Poll, auch das Kulturleben der Stadt und die Zeitgeschichte reflektieren.
Kataloge, Plakate und Dokumente ermöglichen einen Einblick in die Geschichte des Kunstbetriebes in Berlin, der in dieser Form bisher kaum möglich war. Eine Rarität ist z.B. der Katalog der ersten Berliner Frühjahrsmesse, dessen Inhalte auch im Hinblick auf die Messe art forum Berlin interessant sind.

Ein Anlaß zum Feiern, ein Rückblick für Freunde und die Gelegenheit zur Information für aufgeschlossene junge Kunstliebhaber.

 

Kurt Mühlenhaupt, der durch seine Berliner Stadtlandschaften und Portraits bekannt ist, stellt nach seinem Umzug nach Brandenburg bei uns erstmals seine neuen Landschaftsbilder aus. Eine viel jüngere Künstlergeneration repräsentiert Lars Lehmann, der Meisterschüler bei Volker Stelzmann war und mit drei Stilleben in der Ausstellung vertreten ist. Außerdem zeigen wir zum ersten Mal Werke von Katharina Duwe, deren Bilder durch dreidimensionale Arbeiten und architektonische Skulpturen ergänzt werden.

“Intermezzo III” gibt einen Überblick über verschiedene Spielarten der figurativen Kunst der neunziger Jahre.


Künstler:

Katharina Duwe (*1952 in Hamburg), G.L. Gabriel (*1958 in München), Sabina Grzimek (*1942 in Rom), Christine Jackob-Marks (*1943 in Mainz), Ralf Kerbach (*1956 in Dresden), Lars Lehmann (*1967 in Greifswald), Ulrike Markert (*1964 in Kaltensundheim/Rhön), Kurt Mühlenhaupt (*1921 in Klein-Ziescht), Volker Stelzmann (*1940 in Dresden), Maik Wolf (*1965 in Pirna)

 

Die Liste seiner Ausstellungen ist lang - darunter Beteiligungen an der XXIX. Biennale in Venedig oder der documenta 2. Seine Werke befinden sich unter anderem im Museum of Modern Art in New York, dem Carnegie Institute in Pittsburgh und der Hamburger Kunsthalle.

Über die Jahrzehnte hat sich sein Stil dabei von den frühen figurativen Arbeiten zu einer informellen Malerei und wieder zurück zum Gegenständlichen entwickelt. Doch diese Stilvielfalt ist nur ein scheinbarer Widerspruch. Platschek steht in der Tradition von Francis Picabia, der sagte, ein Künstler müsse Stile durchqueren, wie der Nomade Länder und Städte.

Unsere Ausstellung zu seinem 75. Geburtstag legt den Schwerpunkt auf neuere Arbeiten, deren Themen Selbstbildnisse, Akte und Stilleben sind.

 

Die Galerie Eva Poll edierte seine neue Serie von elf Radierungen, die in den vergangenen Monaten in London entstanden. Wie auch in seinen Bildern thematisiert er darin Szenen aus dem russischen Alltag, in dem Trostlosigkeit und Armut herrschen. Verhärmte Menschen, Trinker, Bettler, ein zerbrochener Baum und ein Opfer von Totschlag stellen Kantors Sicht auf ein bröckelndes, korruptes Land dar. In der Radierung „Staat” zeichnet Kantor detailliert die Verhältnisse in der sich selbst zerstörenden russischen Gesellschaft.
Für Kantor ist die Radierung immer das letzte Stadium bei der Bearbeitung eines Themas.
Die langwierige Arbeit an einer Leinwand findet eine präzise Lösung in der Radierung, die adäquater Ausdruck einer neuen, differenzierteren und subtilen Sichtweise auf seine Themen ist.

 

Der 1924 in Aachen geboren Künstler lebt und arbeitet seit 1989 in Düsseldorf. Vorher lehrte er 22 Jahre an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Herbert Kaufmann war Gründer der Gruppe 53, der legendären Vorgruppe von ZERO. Zusammen mit Künstlern wie Gerhard Wind, Gerhard Hoehme, Peter Brüning, Heinz Mack und Otto Piene hat sie ab 1957 das Kunstgeschehen im Westen wesentlich geprägt und bewirkt, daß Deutschland erstmals wieder seit Kriegsende Anschluß an die internationale Kunst fand.

Seit 1960 verwendet Kaufmann zur Herstellung seiner Arbeiten Teile und Bruchstücke vorgefundener Nachrichten, Bildreproduktionen und gedruckte Texte. Pierre Restany, Protagonist des nouveau réalisme hat 1962 in einem Aufsatz darauf hingewiesen, daß Herbert Kaufmanns Arbeiten die grundlegenden Probleme des neuen Realismus berühren. Damit stehen sie in einer Diskussion, die bis heute nicht an Aktualität verloren hat.
In den letzten Jahren werden die Collagen in verschiedenen Vorgängen weiteren Bearbeitungen mit Farbe und Terpentin unterzogen, so daß die Rißkanten eingefärbt deutlich hervortreten.

 

Am 1. September 1999 jährt sich der Beginn des von Deutschland zielgerichtet entfesselten 2. Weltkriegs zum 60. Male. Aus diesem Anlaß zeigt die Galerie Eva Poll Werke einiger russischer Nachkriegskünstler, die auf eindrucksvolle Weise den tiefen Einschnitt reflektieren, den dieses Ereignis in der Geschichte ihres Landes hinterlassen hat. Das Thema Krieg und seine zerstörerischen Kräfte ist in der zeitgenössischen westlichen Kunst eher unpopulär, obwohl es leider - wie die Realität uns jeden Tag beweist - niemals seine Aktualität eingebüßt hat.

Die hier ausgestellten Arbeiten wurden auf einer Auktion russischer Kunst erworben, die das Auktionshaus Neumeister im Oktober 1998 veranstaltete. Es handelt sich um Werke, die aus dem 1992 aufgelösten Zentralverband der Künstler der UdSSR stammen. Nach dem Zerfall der UdSSR wurde das Kunstdepot des Zentralverbandes privatisiert. 1997 brachten die Tretjakow-Galerie und das russische Kulturministerium die Arbeiten nach Berlin. Im Gegensatz zur inoffiziellen oder sogenannten “Non-Konformistischen Kunst” wurde der russischen Staatskunst bisher nur wenig Beachtung entgegengebracht. Zu groß ist das Vorurteil, daß es sich überwiegend um politische Propaganda- und Agitationswerke handelt. Das Vorurteil mag hinsichtlich des frühen Sozialistischen Realismus durchaus berechtigt sein, übersieht jedoch, daß sich innerhalb der offiziellen Kunst der UdSSR nach Stalins Tod im Jahr 1953 ein struktureller Wandel vollzog, der an den hier ausgestellten Arbeiten der Künstler Wladimir Nikolajewitsch Lebedew, Iwan Leonidowitsch Lubennikow und Natalia Leonidowna Paschukowa deutlich in Erscheinung tritt. In ihren Werken, die allesamt zwischen Ende der 70er und Mitte der 80er Jahre entstanden, nähern sie sich auf ganz unterschiedliche Weise der Kriegs- und Zerstörungsthematik an:
Wladimir N. Lebedew, Jahrgang 1925, hat als einziger das Kriegsgeschehen miterlebt und es zum thematischen Schwerpunkt seiner Malerei gewählt. In seiner Arbeit “Der Sturm auf den Reichstag” stellt er ein politisch-historisches Ereignis dar, das die deutsche Kapitulation offensichtlich macht.
Natalia L. Paschukowa zeigt in ihren Arbeiten die Leiden des Krieges vor allem aus der Sicht der Frau. In “Erinnerungen an Frauen des Krieges” greift sie die traditionelle Bildaufteilung christlicher Flügelaltäre auf. Hier beschreibt sie den Abschied vom Ehemann und zeigt die verschiedenen Rollen der Frauen im Krieg als Mutter, Soldatin und Witwe. Auch in “Das Jahr 1941″ sieht man die Frauen ihre gefallenen Männer und Söhne beklagen. Paschukowa bedient sich eindeutig christlich-ikonographischer Motive: So erinnern die am oberen Bildrand im Halbkreis angeordneten, verstorbenen Männer an Heiligendarstellungen, und die Frau mit dem Kind am rechten Bildrand weckt Assoziationen an Mariendarstellungen.
Iwan Leonidowitsch Lubennikow gehört zu den Künstlern, die im Westen schon einige Beachtung gefunden haben. Seine Werke sind in der Sammlung Ludwig (Aachen und Köln) sowie in der Gemäldegalerie Neue Meister in Dresden vertreten. 1986 nahm er mit dem auch hier ausgestellten Polyptychon “Menschen, weg mit den Waffen” von 1985 an der vom Zentrum für Kunstausstellungen im Berliner Alten Museum initiierten Ergebnisausstellung des 2. Wettbewerbs “Für Frieden und Sozialismus, Junge Künstler der DDR und der UdSSR” teil. Zeigen seine Werke der frühen 80er Jahre oftmals Stadtansichten in kubo-futuristischer Manier, so konzentriert er sich in diesem 24-teiligen Werk ganz auf die soziale Aussagekraft der Darstellung des individuellen Kriegsschicksals. In der oberen Reihe befinden sich auf jeder Seite vier Halbporträts, darunter acht Personen in voller Größe; Menschen verschiedenster Herkunft und unterschiedlichen Alters. Alle treten monumental in frontaler Ansicht aus dem Dunkel des Hintergrundes hervor. Auch ohne spektakuläre Inszenierung spiegeln sich das Elend und die Tragödie des Krieges auf den Gesichtern der Abgebildeten.

Neben den russischen Äußerungen werden zwei nicht minder interessante Arbeiten von Helmut Goettl und Ludwig Gabriel Schrieber ausgestellt. Die Werke “Bruchlandung”, 1958 und “Europa (Brennendes Dorf)”, 1948 greifen die Thematik des Zweiten Weltkriegs aus wieder anderer Perspektive auf und setzen einen Kontrapunkt zu den russischen Arbeiten.
Die Gesamtschau der ausgestellten Werke präsentiert sich als künstlerische Aufarbeitung der Dimensionen des Krieges, die sich aller vereinfachenden Freund/Feind-Schematisierung entzieht. Mag ihr Thema in einer Zeit der Millennium-Feiern und Rückblicke auch unbequem erscheinen, so geht es der Ausstellung nicht darum, den moralischen Zeigefinger zu erheben. Sie erreicht ihr Ziel, wenn sie zum Nachdenken anregt und eine Neugier auf Unbekanntes weckt.

 

Die Ausstellung umfaßt Bilder und Gouachen, die den Betrachter an die aktuellen kriegerischen Ereignisse auf dem Balkan denken lassen. Wenn Güdemann auch schon zu Zeiten des Golfkrieges die Desinformation thematisierte, so sind derartige eindeutige Festlegungen nicht in ihrem Sinne. Die Beschäftigung mit dem Thema Gewalt zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Werk. Stellte Anfang 1998 der ständig in Deutschland wieder aufkeimende Rechtsradikalismus den Ausgangspunkt dar, so entwickelte sich das Thema seit Anfang 1999 speziell auf den Krieg und seine Begleiterscheinungen hin. Dabei fällt vor allem der in den Bildern vorherrschende aggressive Rot-Ton ins Auge.


Kurzbiografie

1955 in Wehr/Baden geboren
1975-80 Studium an den Kunstakademien Karlsruhe und Düsseldorf
1985 Villa Romana-Preis
1987 Arbeitsstipendium des Kunstfonds e. V., Bonn
Karl Schmidt-Rottluff Stipendium
1988 Villa Massimo-Preis (1990-91)
ab 1995 Professur für Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart
 

Der Bildhauer Hans Scheib verwandelte bei seiner letzten Ausstellung 1996/97 die Galerie Eva Poll in eine pompejanische Villa. “IM ELEMENT” treffen Scheibs Holzfiguren auf großformatige Bilder von Klaus Dennhardt. So wird dieses erste Gemeinschaftsprojekt, an dem die Künstler seit Mitte 1998 arbeiten, zu einer spannungsreichen Inszenierung.

 

Für die Ausstellung “Fundsachen” haben wir die Schubladen geöffnet und einige verborgene und überraschende Schätze zu Tage gefördert. Bilder wurden aus dem Lager hervorgeholt und stehen wieder im Rampenlicht. Nach mehr als zehn oder zwanzig Jahren ist der Blick auf die Werke ein anderer geworden. Vieles überrascht aufgrund der vermeintlichen Aktualität und zeigt, daß Qualität zeitlos ist. Manches schon fast Vergessene oder nicht mehr Wahrgenommene erscheint in einem anderen, neuen Licht.

Daneben präsentieren wir bisher ungezeigte Neuerwerbungen aus den Jahren 1999 und 2000.

Wir wünschen Ihnen, daß Sie in der Ausstellung “Fundsachen”, auch im Alten Neues sehen und die eine oder andere “Entdeckung” machen.

 

 

 

 

 

 

Sarah Haffner wurde 1940 in Cambridge geboren und wuchs in London auf, da ihre Eltern Deutschland im Jahre 1938 wegen der jüdischen Herkunft der Mutter verlassen hatten. 1954 kam sie nach Berlin und nahm hier zwei Jahre später ihr Kunststudium auf. Die Emigration der Eltern und Sarah Haffners Gefühl, eine Außenseiterin zu sein, zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Malerei und spielt auch in Ihren Texten eine wichtige Rolle.

Sarah Haffner wählt eine figurativ-gegenständliche Darstellung von Porträts, (Stadt)-Landschaften und Stilleben als Metaphern für eine innere Wirklichkeit, die sich dem Betrachter erst auf den zweiten Blick erschließt.

Ein besonderer Reiz der Bilder liegt in dem spannungsreichen Gegensatz von kompositorisch “gebauter” Formensprache und kräftig vitaler Farbigkeit. Die Farben sind Stimmungsträger. So erscheint häufig ein mediterranes Blau oder Blaugrün, für die Künstlerin die Farbe der Seele und nicht selten der Melancholie. Ihre Porträts zeigen Menschen in nachdenklicher und ruhender Haltung. Immer wieder taucht das Motiv des am Fenster stehenden isolierten Menschen auf, der beobachtet, ohne beteiligt zu sein.

Zeitweise malt Sarah Haffner ihre Bilder in Reihen, in denen sie ein Motiv durch verschiedene Farbgebung in die unterschiedlichen Lichtstimmungen einer Tages- oder Jahreszeit eintaucht.

Parallel stellt die Kunstiftung Poll unter dem Titel: “In der Stille”
Papierarbeiten aus den Jahren 1996-1998 von Sarah Haffner aus. Die
Eröffnung findet am Samstag, den 5.2.2000 um 15-18 Uhr statt.


Kurzbiografie

1940 geboren in Cambridge, GB
aufgewachsen in London
1954 Umzug nach Berlin (West)
1956-57 Meisterschule für das Kunsthandwerk, Berlin
1957-60 Hochschule für bildende Künste, Berlin
1964 sechs Monate Paris
1965 erste Einzelausstellung (Benjamin Katz, Berlin)
1969-70 Dozentin an der Watford School of Art, London
1971-81 Dozentin an der 1. Staatlichen Fachschule für Erzieher, Berlin
1975-76 Arbeit an einem Fernsehbericht und einem Buch über Frauenmißhandlung
1976-77 sechs Monate ehrenamtliche Mitarbeit im ersten Berliner Frauenhaus
1980-86 Lehrauftrag an der Hochschule der Künste, Berlin
lebt als freischaffende Malerin in Berlin
 

Im Mittelpunkt steht die jetzt fertig gestellte Radierfolge “ÖDLAND - Ein Atlas”, die wieder, wie auch unsere Editionen aus dem Jahre 97, bei ARTICHOKE in London gedruckt wurde. Dieses Portfolio besteht aus 70 zweifarbigen Radierungen mit Aquatinta und Hochdruck auf handgeschöpftem säurefreien Büttenpapier, Format 645 x 560 mm. Die Auflage beträgt 75 Exemplare. Die Mappe befindet sich schon in zahlreichen öffentlichen (u.a. Vatikan, Britisches Museum) und privaten Sammlungen. (Portfolio 68 TDM / 34.767,85 EUR / Einzelblätter je 2 TDM / 1.022,58 EUR).

Erster Ausstellungsort war im August und September dieses Jahres das Städelsche Kunstinstitut in Frankfurt am Main, das die Mappe auch in die Sammlung seines Kupferstichkabinetts aufgenommen hat. Weitere Stationen sind Culturgest, Lissabon, Staatliche Tretjakov Galerie, Moskau, Ulster Museum, Belfast und Tempo Reale, Meran. Die neuen Bilder kommen direkt aus Moskau, wo sie vorher in der Staatlichen Tretjakow Galerie großen Anklang fanden, z.B. besuchten über 1000 Menschen die Ausstellungseröffnung.

Im Gesamtwerk von Kantor gehören Malerei und Druckgraphik zusammen. Erst in der Graphik findet ein Thema seine Vollendung. Kantor betrachtet auch weiterhin kritisch die Situation Rußlands zwischen Ost und West, dessen Standort zwischen Asien und Europa. Nicht zuletzt verdeutlicht er dies durch die Verbindung zweier Techniken: der westlichen Radierung und dem in Asien beliebten Holzschnitt, der hier in der bedeutungsvollen Farbe Rot gedruckt ist.


Zur Ausstellungsreihe ist ein aufwendiger Katalog erschienen, in dem jedes der 70 Blätter farbig abgebildet ist. Außerdem liegen sieben Briefe des Künstlers an eine russische Geliebte und einen westlichen Freund bei. Sie befassen sich mit der Situation in Rußland. (Hatje Cantz Verlag, DM 67).

 

Seit jeher steht der Mensch bei Ralf Kerbach im Mittelpunkt. Ein immer wieder kehrendes Motiv ist die Figuration im Landschaftsraum. Seine jüngsten Darstellungen zeigen Kinder, allein oder zu zweit spielend sowie in Konfrontation mit der Erwachsenenwelt. Die Umgebung ist aus der Sicht des Kindes gezeigt, in der sich Größenverhältnisse und Wahrnehmungen verschieben. So krabbeln übergroße Ameisen oder Käfer um einen auf dem Waldboden sitzenden Jungen und für den “Fänger” wird das Spiel mit dem Schmetterling zur ausfüllenden Beschäftigung. In Kerbachs Bildern tritt allerdings nicht nur die freundliche, unbeschwerte Seite des Kindseins zu tage, daneben sind auch durchaus aggressive und dunkle Aspekte zu finden, die ebenfalls zur Kindheit gehören.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts trat erstmals die kindliche Psyche und Lebenswelt in das Blickfeld künstlerischen Interesses, wie Beispiele aus der Klassischen Moderne von Paula Modersohn-Becker bis Picasso belegen. Nicht zuletzt spielen auch die Bilder des Romantikers Philipp Otto Runge eine Rolle. Für Kerbach, der seine Bilder aus einer eigenen Bildwelt schöpft, steht zudem ein formaler Aspekt dahinter und so gebraucht er die Darstellung des Kindes als Bildzeichen, das immer wiederkehrt und mit verschiedenen ikonographisch zu lesenden Attributen abgebildet wird.
Kerbachs “Kindheiten” tragen u.a. autobiografische Züge, mittels derer er seine eigene künstlerische Verortung hinterfragt. Wie schon in seinen vorherigen Werkreihen steckt auch hier sein Anliegen dahinter, zum eigenständigen Bild vorzudringen und eine “weitere Tür zum eigenen Dasein aufzustoßen”, um neue Anschlußmöglichkeiten zu schaffen.

 

„Die Kraft der Natur” ist es, die immer wieder eine besondere Faszination auf Jackob-Marks ausübt; eine Kraft, die es schafft, sich allen Zerstörungsversuchen des Menschen zu widersetzen. Schon in früheren Bildzyklen setzte sich Jackob-Marks mit bedrohten Naturräumen und Ökosystemen auseinander.

In ihren aktuellen Arbeiten zeigt sie Landschaften im weitesten Sinne. Inspiration gab der Braunkohleabbau in der Nähe von Hoyerswerda am Lausitzring. In ihren Darstellungen zeigt die Künstlerin Wucht und Größe einer vom Menschen veränderten Umgebung, indem sie riesige Gesteinswände, aufgeschüttete Erdmassen und tiefe Kraterschluchten zu einem beinahe abstrakt wirkenden Bildgefüge komponiert. Aber nicht die Zerstörung wird sichtbar, sondern es entstanden beeindruckende Bilder über die Revitalisierung einer durch den Menschen stark beeinträchtigten Landschaft.

 

Der mit der Kamera festgehaltene Blick aus dem fahrenden Zug dient Wolfgang Kessler als Vorlage für seine Umsetzung in die Malerei: „Geradezu zwanghaft mit der Kamera gesammelt und in Malerei umgesetzt.” (W. Kessler). In seinen Bildern treffen die vermeintliche Objektivität der Fotografie und Subjektivität der Malerei im Differenz-Vergleich aufeinander. Im klassischen Tafelbild stellt der Künstler die der allseits beherrschenden Fotografie und dem Monitorbild zugesprochene Unmittelbarkeit und Wahrhaftigkeit in Frage. Im Zuge des technischen Fortschritts in den neuen Medien hat die Fotografie diesen Anspruch auf Objektivität und Eindeutigkeit längst eingebüßt.

Im Unschärfe-Motiv erkennt man Orte am Rande des städtischen Leben - Abstellgleise, Gewerbegebiete oder Tankstellen: “Orte ohne Identität” (W. Kessler) Mit der Unschärfe und Verwischung bringt Kessler den Zeitfaktor, die Bewegung, in das gemalte Bild. Dazu steht im Kontrast die streng geometrische Bildkomposition mit einem horizontalen weißen Streifen im unteren Bilddrittel.

Kessler thematisiert im Spannungsfeld von Zeit, Raum und Bewegung die zum Kennzeichen der Moderne avancierte Mobilität und Beschleunigung, von der unser gesellschaftliches Leben in jeder Hinsicht geprägt ist.


Kurzbiografie Wolfgang Kessler

1962 geboren in Hannover
1982-87 Studium der Freien Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig
1985 Preisträger im Wettbewerb “Konzeption einer Ausstellung
1988 Meisterschüler bei Ben Willikens
1991-92 Lehrauftrag an der HBK Braunschweig
1993 Preisträger “Künstlerische Wandgestaltung” im Rictus-Bürohaus, Frankfurt am Main, weitere Kunst-am-Bau-Projekte
1995 Förderpreis der Hermann-Haake-Stiftung, Stuttgart
1998 Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes für das deutsche Studienzentrum Venedig

 

Martin Paulus greift in seinen Bildern auf das Medium der Fotografie zurück. Die Fotografie als Träger von Erinnerung, als eingefrorener Augenblick nutzt Paulus für seine wiederum subjektiven malerischen Umsetzungen. Wie mit Blick in ein uns unbekanntes Familienalbum werden Menschen posierend am Strand, an Plätzen, die sie besucht haben und anderen Alltagssituationen gezeigt. Diese festgehaltenen Augenblicke entreißt Paulus durch seine Malerei der Vergänglichkeit und damit auch dem Vergessen. Er konfrontiert den Betrachter mit privaten, historischen, auf das Individuum oder die Gesellschaft bezogene Fragestellungen, und führt ihn nicht selten auf dessen eigene Geschichte zurück.

Nicht die Fotografie bildet den Fundus von Bodo Rott, sondern er entwickelt seine Figuren und Sujets spielerisch, ohne festes Programm aus den “Kritzeleien” seines Skizzenbuchs. So schafft er eine eigene, für den Betrachter ambivalent komische, ironische und bisweilen melancholische Bildwelt. Menschendarstellungen zerfallen in Kleidungsstücke, aus denen Kopf- und Gliedmaßenumrisse mit einer Negativlinie auf den Hintergrund gesetzt werden. Obwohl die Darstellungen zuweilen verspielt wirken, richten sie dennoch einen ernsten und fragenden Blick auf unsere Gesellschaft. Neben der Malerei präsentiert Rott seinen “Realitätsblick” auch im Medium der Federzeichnung auf sehr eindrucksvolle Weise.


Kurzbiografie Martin Paulus

*1961 in Landsberg am Lech
1982-88 Studium an der Akademie der Bildenden Künste München
1988 Arbeit mit Thomas Reimerschmid an einem Denkmal auf dem Gelände des ehemaligen KZ Kaufering VII
ab 1992 Mitarbeit an diversen Spielfilmen
ab 1995 Wanderausstellung “Ein Ort wie jeder andere” in zahlreichen deutschen Großstädten, u.a. im DHM Berlin

Kurzbiografie Bodo Rott

* 1971 in Ingolstadt
1992 Studium an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, Klasse Prof. Grützke / Meisterschüler
1995 1. Preis im Wettbewerb der Dannerstiftung
1996-99 Wechsel an die Hochschule der Künste, Berlin
bei Prof. Fußmann / Meisterschüler
2000 Teilnahme am Kalenderprojekt der Taborpresse für die Büchergilde Gutenberg
2001 Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung aus dem Else-Heiliger-Fonds
 

Die zumeist großformatigen Kopf- und Körperlandschaften von Jong-Gou Lee zeugen von einer heftigen malerischen Aktion am Bild. Der Farbauftrag wirkt dynamisch auf die Leinwand geworfen, die Oberfläche ist verkrustet und zerfurcht. Es formieren sich für den Betrachter Körper und Köpfe, die sich mit dem Bildgrund zu einer Einheit verbinden. Somit hält Lee in seinen Gemälden die spannungsreiche Balance zwischen konkreter Bildfigur und ihrer Auflösung im Bildgefüge.
Nicht Abbild, Porträt oder Individualität stehen für den 1964 in Seoul, Korea geborenen Jong-Gou Lee im Vordergrund, sondern, inspiriert durch seine langjährige Beschäftigung mit Abläufen wie Leben, Tod und Wiedergeburt, schafft er eindrucksvolle Bilder mit Chiffren menschlicher Existenz.

Gegenüber der dynamischen Malerei von Lee wirken die Betonskulpturen von Stefan Kaehne in ihrer reduzierten Gestik und Haltung kontemplativ. Darin liegt die Stärke der in längeren Gestaltungsprozessen entwickelten Köpfe und Figuren. Seit Kaehne 1987 den ersten Preis des Bildhauerwettbewerbs für die Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche gewann, für deren alten Teil er vier miteinander kommunizierende Sandsteinfiguren schuf, realisierte er zahlreiche weitere Bildhauerprojekte im öffentlichen Raum.


Kurzbiografie Jong-Gou Lee

* 1964 in Seoul, Korea
1983-90 Studium Bildende Kunst in Seoul
1996-99 Studium an der HdK Berlin
2000 Meisterschüler von Prof. Volker Stelzmann
2000 GASAG Kunstpreis
lebt und arbeitet in Berlin

Kurzbiografie Stefan Kaehne

* 1961 in Berlin
1981-86 Studium an der HdK, Berlin
Meisterschüler von Prof. Joachim Schmettau
1983 2. Preis Graphikwettbewerb der Landesbank Stuttgart
1987 1. Preis Bildhauerwettbewerb Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche
lebt und arbeitet in Berlin

 

 

Betender, 2001 Weibliche Figur
mit Hand am Kinn,
2001

Im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens steht die menschliche Figur. Erst noch wirklichkeitsnah, erfolgt seit den 70er Jahren eine zunehmende Stilisierung, die zu einem eigenständigen Repertoire an Ausdrucksformen geführt hat. Die in der Ausstellung präsentierten Figuren und Halbfiguren aus Gips und Bronze sind verschiedene Prototypen, die mit sogenannten Applikationen in Form von Brillen, Zigaretten, Musikinstrumenten oder Schreibmaschinen versehen sind und die Figur kennzeichnen. Trotz statuarischer Haltung, frontaler Ausrichtung und Verzicht auf individuelle Mimik suchen die Figuren Schmettaus den Dialog mit dem Betrachter, den sie aufgrund ihrer Vielschichtigkeit in ihren Bann ziehen.

“Sein gesamtes Werk zitiert klassisches Vokabular, die Kunst der Antike und der Renaissance, aber auch Elemente des Klassizismus und des Art Deco fließen in seine plastischen Formulierungen ein, deren herausragendes Merkmal eine intensive Auseinandersetzung mit den traditionellen Strukturen und die Überprüfung ihrer Regeln in Hinblick auf eine fortschreitende Reduktion ist.”

Jürgen Schilling

Zahlreiche städtebauliche Projekte Schmettaus sind in Deutschland realisiert worden; eines seiner populärsten Werke in Berlin ist der täglich von vielen Berlinern und Touristen aufgesuchte Brunnen am Breitscheidtplatz.

 

Die Grundlage bildet die Suche nach einer neuer Form des Bildermachens, einer bisher unbekannten Bildsprache. Die Ausstellung unter dem Titel “Als der Mond noch bei der Erde war” zeigt eine Bestandsaufnahme der zehnjährigen Zusammenarbeit verbunden mit der Präsentation einer Vielzahl neuer Werke.

Es gibt keinen festgelegten Ablauf für die Entstehung der Bildwerke. Ein unerschöpflicher Fundus an Fotografien bildet das Rohmaterial. Von der Naturdarstellung, der Abbildung menschlicher Körper oder Architekturdetails kann alles zum Motiv werden. In einem längeren Prozedere werden Motivfragmente ausgewählt, in diversen Schichtungen kombiniert, übereinandergeschoben, Größen verändert, belichtet, verdichtet und transparent gemacht.

Eine weitere Bedingung für die Auswahl des Materials ist die Objektivierbarkeit der Zeichen. Nur so können alte Bedeutungen von neuen abgelöst werden. Offene Lesbarkeit und die visuelle Glaubwürdigkeit der Symbole sind nur zwei der von den Künstlern zugrunde­gelegten Aspekten.

Die mysteriösen Titel verrätseln die Bilder und binden die Darstellungen wieder an eine Aussage. Inhalt löst sich von Form und bietet Hilfe bei der Reduktion von Komplexität.

Der Betrachter fühlt sich an frühere Zeitalter erinnert, jedoch weisen die Darstellungen in die Gegenwart. Es handelt sich um visuell erzählte Geschichten. Hinter ihrer subtilen Schönheit verbirgt sich das Rätsel um ihre Bedeutung und ihres komplexen Entstehungsprozesses.

 

 

Fast kann man von Tradition sprechen; vor 7 Jahren setzte eine Gruppe Berliner Galeristen, darunter Barbara Blickensdorff, Manfred Giesler, Georg Nothelfer, Eva Poll, Ingrid Raab, Klaus Scheuermann, Michael Schultz, Raffael Vostell und Michael Wewerka, das erste Mal die Idee des Brückenschlags zwischen Galerie und Kunsthochschule um. Aus den auf dem Rundgang der UdK vorgestellten Arbeiten trafen sie nach dem Motto: “Was uns auffiel” eine Auswahl. Es gilt das Rotationsprinzip: so ist es zumeist in jedem Jahr eine andere Formation von bis zu 4 Galeristen, die den Rundgang besucht, und auch der Ort der Ausstellung wechselt jährlich.

In diesem Jahr wählten Manfred Giesler, Eva Poll, Klaus Scheuermann und erstmals Angelika Wieland 14 Studierende der UdK aus, die ihre Arbeiten in den Räumen der Galerie Eva Poll präsentieren.

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt künstlerischer Aussagen, in dem die verschiedensten Metiers von Malerei über Fotografie, Zeichnung, Installation bis hin zur Videoarbeit vertreten sind.

Die beteiligten Künstler sind:
Sofie Arfwidson (Klasse Koberling), Tobias Becker (Klasse Petrick), Jan Bünnig (Klasse Cragg), Yuzheng Cheng (Klasse Hödicke), Maria del Pilar Garcia Ayensa (Klasse Baumgarten), Alex Groß (Klasse Cragg), Hyunjung Kim, (Klasse Baumgarten), Jan Klopfleisch (Klasse Badur), Nils Osthorst (Klasse Petrick), Christian Pilz (Klasse Ikemura), Johannes Raether (Klasse Baumgarten), Nadja Schöllhammer (Klasse Diehl), Alexander Wagner (Klasse Kürschner), Martha Zoupa (Klasse Stelzmann)

 

In den Zeichnungen des 1959 in Kanada geborenen Sean Gallagher steht der Mensch im Mittelpunkt, der sich einer in allen Bereichen immer komplexer werdenden Welt gegenübersieht, die es zu bewältigen gilt. In dem Gallagher das traditionelle Medium der Bleistiftzeichnung und die figürlich verhaftete Darstellungsform wählt, wirft er mittels erzählerischer und illustrativer Elemente Fragen zum menschlichen Dasein auf. Dabei zielen seine Bildideen auf die Erfahrung eines emotional wahrgenommenen Augenblicks.

Den kleinformatigen Zeichnungen von Gallagher stehen die sogenannten “Cutouts” von Harriet Groß gegenüber. Groß, 1965 in München geboren, spannt mittels Schnüre Diagramme und Räume, durch die der Blick auf einen eigenen Mikrokosmos fällt, dessen Motive aus geschnittenem Papier dargestellt sind. Die Transparenz des Herstellungsprozesses, der Schnitte und Schichten für den Betrachter nachvollziehbar macht, bildet für Groß die Grundlage, sich der menschlichen Wahrnehmung zu nähern, verbunden mit der Absicht, dieser eine neue Intensität zu verleihen.

In der Gegenüberstellung beider künstlerischer Vorgehensweisen entsteht eine interessante Korrespondenz, die auch dem Besucher neue Wahrnehmungsformen offerieren möchte.


Kurzbiografie Sean Gallagher

1959 geboren in Calgary, Kanada
1964-72 Grundschule in Pakistan, Winnepeg, Montreal, Großbritannien und Ottawa
1972-76 High School in Ottawa, Kanada und der Arktis
1982-87 Abschluss in Wirtschaft: University of Alberta, Edmonton, Kanada
1987-92 Eigene Computer Consulting Firma, Edmonton, Kanada
1992-94 Kunststudium am Alberta College of Art, Calgary, Kanada
1994-99 Studium an der Hochschule der Künste Berlin, Klasse Baselitz: Meisterschüler
Stipendien 1993 Heritage Trust Fund, Louise McKinney scholarship,
1994 Alberta Government study grant Illingworth Kerr travel study scholarship,
1995 Alberta Government study grant,
1999-2001 Atelierstipendium der Karl Hofer Gesellschaft
Sammlungen Investitionsbank, Berlin,
Deutsche Gesellschaft für Mittelstandsberatung mbH, München


Kurzbiografie Harriet Groß

1967 geboren in München
1986-87 Leibniz Kolleg, Tübingen
1988-94 Studium der Medizin an der Freien Universität, Berlin
1995-2001 Studium der Bildenden Kunst an der Hochschule der Künste, Berlin
2002 Meisterschülerin bei Prof. Marwan
Stipendien 1997 Internationale Sommerakademie Salzburg (Nancy Spero/Leon Golub),
1998 Studienaufenthalt am Royal College of Art in London
(Erasmusprogramm),
Internationale Sommerakademie Salzburg (Katharina
Sieverding),
European Heritage Days, Project “The Cathedral” in Kiew,
Ukraine
 

  

Country Queen

     
  Country Queen, 2007   Country Lady, 2006/07   Country Queen, 2006


Das Malen ist Manigks tägliche Arbeit, und so entstand über Jahrzehnte ein sehr umfangreiches Werk, das sich teilweise in Serien an verschiedensten Themen reibt, die Manigk oft zufällig in seinem Alltag findet. Schwer sind Vorbilder auszumachen, zu lange hat Manigk unbeobachtet und der Gesellschaft freiwillig entsagend sein Oeuvre kreiert. Seine Zurückhaltung gegenüber gesellschaftlichen Zwängen war es auch, die ihm eine längst fällige, öffentliche Anerkennung bisher weitestgehend versagte. Die unangepassten Arbeiten Manigks gliedern sich in zwei Werkkomplexe: gegenständlich figurativ von ungeheurer Energie und Ursprünglichkeit durchsetzte Bilder und abstrakt ästhetische, sehr sensibel daherkommende Kompositionen. Das Multitalent Manigk ist auch Schreiber, der eine gewisse Ironie nie verhehlen konnte und aktiver Protagonist der Mail-Art-Bewegung der DDR war.

 

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