Die Reduktion war Mohrs Stärke. Wenige Linien, ein knapper präziser Strich reichten für den scharfen Beobachter aus, um das Wesentliche festzuhalten - nach seiner Devise: „Wie im Leben so sollte man auch in der Kunst auf den Punkt kommen.”
Der aus Posen Gebürtige, der schon als Knabe nach Berlin kam, studierte ab 1930 an der Charlottenburger Meisterschule für Grafik. Nach dem Krieg wurde er als Professor an die neue Kunsthochschule Weißensee berufen. Dort hat er das von den Kulturstalinisten verlangte Pathos ignoriert und seine Studenten gelehrt, dass Kunst gerade durchs Ungefällige stark ist.
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Sabina Grzimek, einst seine Schülerin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, ist vor allem als Bildhauerin bekannt. Sie wurde 1942 in Rom geboren und wuchs in Ost-Berlin auf. Nach ihrem Studium in Weißensee wurde sie Meisterschülerin an der Akademie der Künste Berlin und lebt und arbeitet heute in Berlin und Erkner.
Die Themen, die Grzimek bearbeitet, findet sie in ihrem Umfeld und lässt persönliches Erleben in ihre Kunst einfließen. Die Begriffe figurativ oder realistisch greifen zu kurz, um ihre Formensprache zu beschreiben. Sie möchte nicht nur Äußerlichkeiten abbilden, vor allem nicht oberflächliche Schönheit. Ihre Motivation liegt vielmehr in der Auseinandersetzung mit dem Verborgenen, das nicht unmittelbar greifbar ist. Die spröden, grob gearbeiteten Oberflächen ihrer Figuren stehen im Kontrast zur Grazilität des Dargestellten. Eine aktuelle Arbeit ist das überlebensgroße Porträt von Mildred Scheel, das demnächst in Heidelberg aufgestellt wird.
Gemeinsam ist Arno Mohr und Sabina Grzimek der entschlossen zielgerichtete Blick auf das Wesentliche. Die Galerie Poll zeigt Bilder, Zeichnungen, Grafiken und Skulpturen und gibt einen umfassenden Einblick in das Schaffen beider Künstler.
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