Zu Beginn ihrer Tätigkeit setzte Eva Poll die Tradition der Künstler-Selbsthilfe-Galerie Großgörschen 35 fort, weitete ihr Programm aber schnell auf europäische figurative Kunst aus. Dabei steht die Malerei und Bildhauerei im Vordergrund. Neben den Künstlern der ersten Stunde Peter Sorge und Maina-Miriam Munsky werden arrivierte Künstler wie Volker Stelzmann, Maxim Kantor, Joachim Schmettau, Sabina Grzimek und Hans Scheib regelmäßig in Ausstellungen präsentiert. Künstler aus Italien, wie z.B. Gabriele Mucchi (1899 - 2002) sowie Frankreich und Spanien erweitern das Galeriespektrum. Seit den achtziger Jahren wurden auch andere russische Künstler in das Programm aufgenommen und in Themenausstellungen (”Szene Moskau”, “Kriegsfibel der Nachgeborenen”) vorgestellt. In der im Frühjahr 2001 initiierten Reihe “Junge Kunst” bietet die Galerie Nachwuchskünstlern, die zumeist erst kürzlich ihr Studium beendet haben, ein Forum.
Mit der Verlegung der Ausstellungsräume ist eine Konzentration der Aktivitäten zugleich der Kunststiftung Poll verbunden, die seit mehr als 10 Jahren in Mitte arbeitet. Durch die Nähe zum klassischen Präsentieren von Kunst auf der Museumsinsel fügt sich die Galerie, die sich abseits von Moden und Trends mit ihren Programmschwerpunkten Realismus und Figuration stets einem klaren Ausstellungsprofil verschrieben hat, am neuen Standort in die Kunstlandschaft nahe den Staatlichen Museen und dem Humboldtforum ein.
Zusammen mit der Galleria 9, einer italienischen Galerie und Kunsthandlung für Klassische Moderne, die mit Giuliano Vangi eröffnen und ihr Programm mit Lucio Fontana und Mario Ceroli fortführen wird, bezieht die Galerie Poll im September die neuen Räume im Hochparterre. Auf einer etwas verringerten Ausstellungsfläche von 200 m² wird der Neuanfang am 18. September 2009 mit der Ausstellung „Mehr als Gegenwart. Auf Papier-1929 bis 2009″ gefeiert, die nicht nur vier Jahrzehnte Galeriearbeit und die Sammelleidenschaft von Eva und Lothar C. Poll widerspiegeln, sondern zugleich Wege in die Zukunft und Perspektiven künftiger Arbeit aufzeigen wird. Nicht ausschließlich der Gegenwart, dem Zeitgenössischen zugewandt, bleibt es Programm, immer auch offen für Entdeckungen vergessener Positionen aus zurückliegenden Jahrzehnten zu sein. »Wir unterscheiden uns« bleibt die Devise.
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Fotogalerie - Anstoßen auf den Neuanfang in den neuen Räumen der Galerie am 2. November 2009
Abenteuer Kunst
40 Jahre Galerie Poll Berlin
Die Berliner Galerie Poll beging am 7. Oktober 2008 ihr 40-jähriges Bestehen. Heute wie damals ist sie nicht nur der Gegenwart, dem Zeitgenössischen zugewandt, sondern immer auch offen für Entdeckungen vergessener Positionen aus zurückliegenden Jahrzehnten. »Wir unterscheiden uns« bleibt das Motto.







