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Norbert Wagenbrett

Das andere Selbst

Ausstellungsdauer: 11.9-6.11.2010

Eröffnung: Freitag, den 10. September 2010, 19 Uhr

           

Zeitgleich eröffnet das Schaulager der Kunststiftung Poll die Ausstellung:

Norbert Wagenbrett
Zyklus zur Geschichte der Sowjetunion in 7 Bildern, 1990

Ausstellungsdauer: 11.9.-20.10.2010

          

Der Künstler wird am Abend der Eröffnung zunächst in der Galerie Poll, dann in der Kunststiftung Poll anwesend sein.


Ich gehe zu den Menschen und suche ihre Träume und finde ihre Ängste, finde Ebenen der Gemeinsamkeit, finde Bilder, es sind Bilder dieser Menschen, unendlich einmalig, mit keinem Objekt auf der Welt vergleichbar, und doch, im alltäglichen, öffentlichen Leben scheinen die Gesichter sich zu ähneln, einander gleich zu werden und zu verschmelzen, wie die Gedanken, die nicht mehr die eigenen sind.”
Das sagt Norbert Wagenbrett selbst über seine Arbeit als Maler, als „Menschensucher”. Er sucht Im Antlitz seiner Modelle das Unverwechselbare, Einzigartige, was er im Porträt festhält. Er selbst nennt seine Arbeiten allerdings lieber Bildnisse statt Porträts. Denn sie gehen über die Porträtmalerei hinaus, spiegeln mehr als nur das Sichtbare wider. Das gemalte Bild bedeutet keine Reproduktion des Menschen in einem anderen Material, sondern zeigt ein neues Wesen, „das andere Selbst”, auf das durch den Entstehungsprozess über Emotion, Phantasie, Kreativität und Technik des Malers auch ein Teil von ihm übergegangen ist. Der Maler setzt dieses „andere Selbst” in eine eigene Welt, indem er in seinen Porträts nicht nur Gesicht und Brust der Person fokussiert, sondern die Bildspanne oft bis zu den Knien, manchmal auch bis zu Ganzkörperdarstellungen ausweitet. So kann er auch das Umfeld der dargestellten Person zeigen, sie in ein Ambiente setzen und ihr Attribute zuordnen, die sie in ihrer Einmaligkeit und Außergewöhnlichkeit beschreiben wie zum Beispiel ein Kabarettistenpaar, das er ins Scheinwerferlicht vor einen Bühnenvorhang platziert.


                          

                          

                          

                          

                          

                          

                          

                          

Technik: Öl auf Leinwand, 150 x 100 cm

Obere Reihe (von links nach rechts):  “Das Spiel” (1998), “Im Bad” (1998), “In der Stadt” (2000), “In der Straßenbahn” (2001)

Untere Reihe (von links nach rechts): “Paar mit Tulpe” (2002), “Im Cinestar” (2006), “Junge Frau mit Perlenvorhang” (2009), “Frau mit Engelstrompeten” (2009)

                                                                                   

Zeitfurche 1-4, 1992, Lithographie, 65,5 x 50 cm


Geboren wird Wagenbrett 1954 in Leipzig, wo er Anfang der siebziger Jahre eine Lehre zum Offsetretuscheur absolviert und von 1977-1982 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Arno Rink, Wolfgang Peuker, Volker Stelzmann, Sighard Gille studiert. Dort beginnt seine künstlerische Entwicklung mit der Orientierung an der Bildtradition der Neuen Sachlichkeit. Über diesen Pfad gelangt der Künstler schließlich zu seiner eigenen Ausdrucksweise. Seine Menschenbilder sind zeichnerisch prägnant, erscheinen in sich ruhend, eher statuarisch in dem sie umgebenden Raum, mit ausdrucksvollen Augen und Händen, betont durch harte Konturenlinien.
Von 1984-1990 ist er Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR, von 1986-88 Meisterschüler bei Willi Sitte. Er erhält 1987 den Irene-und-Peter-Ludwig-Preis vom Künstlerhaus Wien und stellt 1988 im Deutschen Pavillon der 43. Biennale in Venedig aus. Seit 1990 ist er Mitglied im Künstlersonderbund in Deutschland e.V.
Der Künstler lebt und arbeitet derzeit in Leipzig.

Parallel zu dieser Ausstellung wird im Schaulager der Kunststiftung Poll Norbert Wagenbretts 7-teiliger Bildzyklus zur Geschichte der Sowjetunion, der als Auftragsarbeit 1990 entstand, ebenfalls am Freitag, 10.9.2010, 19 Uhr, eröffnet und bis zum 20.10.2010 gezeigt. Die neuen Räume, die die Galerie der Kunststiftung Poll künftig erweitern und ergänzen werden, sind Teil des alten Heizwerkes im Hof der Gipsstraße, das auf seinem Dach die documenta-Installation „Kino” von Peter Friedl trägt.


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