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Beton
Beton taucht im Bild als eindimensionale Fläche auf, die den
Bildraum und seine Bestandteile beschneidet, eingrenzt und oft den
Blick aus einer angeschnittenen rohbau- oder auch ruinenartigen
Vordergrundgegebenheit vorspielt. Die Betonfläche selbst wird
ebenfalls (mehr oder weniger aufwendig) als zu gestaltende, farbige
Fläche mit Reliefanspruch behandelt. Darüber hinaus taucht
"Beton" als Nennung auf, gewissermaßen als Werkstoffstempel
mit einer eigenen Markigkeit des Wortbildes und -klanges.
Beton wird als Weltbaustein verstanden, als Bestandteil eines variierten
taoistischen Systems im Sinne einer Ergänzung der Elemente
Metall, Feuer, Wasser, Holz, Erde (siehe auch: Das Elementen- Chaos,
2005). Dabei wird davon ausgegangen, daß Beton als wesentlicher
Baustoff des 20. Jahrhunderts deutliche Spuren in der äußeren
Oberfläche der Landschaften (Großbauten, Bunker, Trümmer)
und eben auch in der psychologischen Struktur der modernen Gesellschaft
hinterlassen hat – als wichtiger Baustein untergegangener
Reiche von angemaßter und ersehnter Weltbedeutung. Beton steht
für Härte, für Verfestigung und den Anspruch von
Ewigkeit und eben auch für Widerständigkeit in der Verrottung.
Bayern
Berge als figurationsbegleitende Landschaften spielen schon in den
Soldatenbildern der letzten 90er Jahre eine wichtige Rolle (Himmel,
Berge, Schlamm, Wasser). In den am Klischee orientierten Hirschbildern
der Jahre 2000-2002 waren Berge mehr oder weniger zwingend.
In der Serie "Schöne- Heimat- Plakate", die aus zunächst
ergebnisoffener Zeichenarbeit Anfang 2006 entstand, kam bald das
Wort "Bayern" zum Berge-Bild, schnell auch in deutlicher
Unterscheidung zur flachen, kargen "Mark" (Brandenburg).
Da Zeichnen sich unter günstigen Umständen schnell und
assoziativ entwickelt, war der Weg zu einem fassbaren gedanklichen
Kontext nicht weit.
"Mark" als tatsächliche Heimatlandschaft, "Bayern"
als weltweit bekanntes und benutztes Klischee für deutsche
Landschaft schlechthin, deutsches Heimatverständnis und –tümelei.
Der Gegensatz zwischen fernwirkender Berglandschaft, die liebliche
Verklärung provoziert und märkischer Tristesse, die sich
schicksalsergeben in postsozialistische Depressivität verfügt,
passt gut zum Erlebnishintergrund des Künstlers. So bildet
sich im Satz "Bayern wird, vom Osten aus, zur Heimat erklärt"
eine freudig vorgetragene, besitzergreifende Anmaßung gegen
eine Landschaft, die mit sich im Reinen scheint.
Matting stellt in seinen Arbeiten noch immer sehr unterschiedliche
deutsch-deutsche Realitäten einander gegenüber und offenbart
dahinter liegende Denkweisen mit teilweise symbolischen Mitteln.
Seine Bilder sind Erkundungsgänge, lange Wege, Lehrpfade für
den Künstler. Das Ziel ist unbestimmt, vielleicht nicht notwendig,
nicht einmal erwünscht - solange die Bewegung für ein
Fortschreiten des Erkundungsganges sorgt.
Wir haben den Maler im vergangenen Jahr auf dem Berliner Kunstsalon
entdeckt und möchten seine Arbeit in einer ersten kleinen Ausstellung
in unserer Galerie vorstellen.
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