Vom 2. Juli bis 14. August
präsentieren die Galerie Eva Poll und die Kunststiftung Poll
eine Doppelausstellung mit neuen Werken von Jacobo Borges. Der
1931 in Caracas (Venezuela) geborene Künstler und Filmemacher
lebt seit einigen Jahren in New York. Bereits mehrmals hat die
Galerie Eva Poll seine in Berlin während der Aufenthalte
im Rahmen des Berliner Künstlerprogramms entstandenen Arbeiten
ausgestellt.
Das
neue Film-Fotografie-Projekt von Jacobo Borges „ROOM OF
MEMORY“ ist geprägt vom Großstadterlebnis der
Einsamkeit und Anonymität. Der Künstler hat sich in
der Metropole New York über einen längeren Zeitraum
mit der Kamera einem beispielhaften, scheinbar zufällig gewählten
Ort zugewandt. Es könnte der Hinterausgang eines Betriebes
sein, eine Plattform mit anschließender Treppe. Diese bildet
das Forum und den Raum für alltägliche Momente –
flüchtige Begegnungen von Menschen, zufälliges Zusammentreffen,
Smalltalk. Der Beispiel-Raum steht für Großstadt schlechthin
und ist austauschbar und verlegbar. Entstanden ist ein Film, der
die Momente des Alltags festhält und einen Eindruck der Leere
und Isolation vermittelt. Die daraus entnommenen Stills, die losgelöst
ihre eigene Ästhetik vermitteln, werden in der Galerie Eva
Poll in Großformaten als rasterförmig zusammengesetzte
C-Prints präsentiert.
Zeitgleich
zeigt die Kunststiftung Poll unter dem Titel „CHRYSLER –
TIME PASSES“ Fotografien des Chrysler-Buildings in New York
von Borges. Die Aufnahmen sind im Wandel der Jahreszeiten entstanden
und setzen das berühmte Gebäude in verschiedene Lichtszenarien.
Der Reiz des Gebäudes, beleuchtet an einem grauen Wintertag,
kann ebenso bestechen wie ein Abbild in strahlender Frühlingssonne.
Der wache Blick des Fotografen hat ausgesprochen stimmungsvolle,
schöne New-York-Bilder hervorgebracht.