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Königsberg/Kaliningrad
Haltestelle am Moskowskij Prospekt, 1998
Farbfotografie, 20 x 30 cm
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Königsberg/Kaliningrad
Neue Pregelbrücke (Im Hintergrund: Alte Börse), 1994
Farbfotografie, 30 x 20 cm
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Königsberg/Kaliningrad
Die Treppe, 2000
s/w Fotografie, 40 x 30 cm
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Königsberg/Kaliningrad
Neues Wohnen mit Kuh, 2002
s/w Fotografie, 30 x 40 cm
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Kaliningrad oder Königsberg
oder Kantstadt (oder jetzt, für die Jugendlichen, Kenig City
aus „Kenigsbergskaja Oblast“, ein Name, der nach den
Krieg kurz galt) erwacht und öffnet sich zum Westen, so die
deutsche Minderheit wie die russische Bevölkerung. Die Gräuel
des Krieges und der Nachkriegszeit sind vergangen. In der „Stadt
K.“ wird wieder aufgebaut, renoviert, gegründet.
Ob eines Tages diese alte Hansestadt noch einmal, wie in ihren goldenen
Zeiten leuchten wird, bleibt abzuwarten.
Seit fast 15 Jahren beschäftigt sich Andreas Bromba (*1967)
mit Kaliningrad, seiner Geschichte und den Menschen. Der Berliner
Künstler entdeckt früh seine Leidenschaft für die
Fotografie. 1987 beginnt seine Foto-Serie „Andere Welten“,
sowie seine „Schwarzrot“-Zeichenserien. Das interaktive
Kunstprojekt „NUKLEAFORM“ entsteht 1992, dem Jahr, in
welchem er den Preis bei dem internationalen Kunstwettbewerb „West
in Space“ erhält. Mehrfach war er als Text- und Bildjournalist
u.a. für „Berliner Zeitung“, „Die Welt“
und „Rheinischer Merkur“ tätig.
Andreas Bromba arbeitet als Künstler und Fotograf häufig
konzeptionell: neben den Projekten NUKLEAFORM, Deutsche Industrie-Romantik
(Installationen, die den heutigen Menschen in seinem Spannungsfeld
zwischen Industrie, Nomadentum und Einsamkeit zeigen), gibt es berlin
minimal – ein über fünf Jahre angelegtes Foto-Projekt
(Europäischer Architekturfoto-Preis 2002) mit einer eigenständigen
minimalistischen Bildsprache, das das Zusammenwachsen von Ost- und
West-Berlin, von ärmeren und reicheren Berliner Stadtteilen
zeigt: „Dem Fotografen gelingt es, den am häufigsten
fotografierten Monumenten Berlins eine geheimnisvolle Aura zu verleihen
– ein Kunststück.“, so das art magazin.
Der Fotograf hat eine besondere Beziehung zu Königsberg,
war nach Öffnung des geheimnisvollen Sperrgebietes „Kaliningrader
Oblast“ einer der ersten Deutschen dort und gewann dort viele
Freunde: „Die Stadt K. hat viele Gesichter, aber nur eine
Seele. Die Fotografien zeigen das Erwachen dieser Seele nach Todeskampf,
Verwundung, Totschweigen und langsamer Genesung.“
Das alte Königsberg – verschandelt, verwahrlost oder
liebevoll restauriert, das neue Kaliningrad- städtebaulich
missraten, teilweise menschenfreundlich geplant, nun schick und
westlich. Darin eine herzliche und offene Bevölkerung.
Das Motiv der Ausstellung, „Der Junge aus K.“(„Baltiskij
Rayon“), wurde im Königsberger Stadtteil Ponarth (heute
der Problembezirk Baltiskij Rayon) aufgenommen (wo manche das legendäre
Bernstein-Zimmer vermuten). Der Name Ponarth geht auf ein altes
russisches Wort zurück und bedeutet „in der Nähe
der Überschwemmung“. Man kann diese „Überschwemmung“
auf die Geschichte Kaliningrads beziehen, mit einer negativen Beziehung
zur Vergangenheit und mit eine positiven Perspektive für die
Zukunft.
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