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ANDREAS KAPS
A girl, a film, a city
Bilder und Zeichnungen
3. Juni - 14. Juni 2006
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o.T., o.J. |
Der kausale Nexus, Diptychon, 1995
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Nepp, 2006 |
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Anläßlich
des 60. Geburtstages von Andreas Kaps zeigt die Kunststiftung Poll
eine kleine Auswahl von Zeichnungen und Bildern des Berliners Malers,
der einst zu den "jungen Wilden" gehörte.
Nicht unbekannt in der Szene, hat das Multitalent Andreas Kaps in
den letzten Jahren eher im Stillen gearbeitet. In der Enklave des
heimischen Umfelds jagen die Inspirationen den Künstler durch
die verschiedenen Genres seiner Tätigkeit – schreiben,
malen, zeichnen, kritisieren, Beschäftigung mit Astrologie. Kaps,
der mit Erfolg auch ein Ingenieurstudium absolviert hat, arbeitet,
wie er es selbst umschreibt, an einem 'pluralistischen Kunstbegriff'.
Schon die frühe Malerei des Schülers von Wolfgang Petrick
ist kraftvoll und expressiv. Fast singuläres Thema seiner Bilder
ist der weibliche Akt. Ihm widmet sich Kaps mit Beharrlichkeit und
großer Meisterschaft. Schonungslos offen und im Ausdruck scheinbar
von Wünschen getragen, werden 'seine Frauen' zu Erscheinungen
inmitten zerfaserter Landschaften.
Das Auge verliert sich im Spiel von Formen und Farbe. Die Spontaneität
ihrer Entstehung ist den Werken anzusehen. Keine Vorzeichnung, keine
Skizze verzerrt die momentane Idee. Nur der sofortige Farbauftrag
schafft für Kaps Unmittelbarkeit und Kraft.
Die Bildtitel denkt sich der Künstler oft im Nachhinein aus.
Sie konterkarieren Inhalte und wirken nicht selten ironisch.
In letzter Zeit wendet sich Kaps vermehrt der Zeichnung zu. Spontan
und wie bei der Malerei meist in Serie entstehen unverschnörkelte
Blätter, die sowohl in der Linienführung als auch im Inhalt
die Befindlichkeiten des Zeichners reflektieren. Die Themen verschieben
sich - weg vom früher oft dargestellten Traumgebilde hin zu einem
Hinterfragen des Hier und Jetzt. Mittels scharfer Linie und teilweise
graphischer Elemente setzt sich Kaps mit medialen Überangeboten,
Scheinwelten und Glückstäuschungen auseinander. Ein sich
in dieser Welt unverstanden fühlen scheint ihm häufig den
Stift zu führen. Andreas Kaps hat sich zurückgezogen aus
dieser übermächtigen Welt, an deren Leben er nicht mehr
teilnimmt (nicht teilhaben will) und die gefiltert, nur durch vom
Künstler selbst bestimmte Kanäle zu ihm dringt: "Aber
die große Kunst kommt ja immer aus dem TROTZDEM!"
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