Anläßlich des 80. Geburtstags
von Herbert Kaufmann zeigen die Galerie Eva Poll und die Kunststiftung
Poll Werke des in Aachen geborenen Künstlers. In der Galerie
ist ein Querschnitt durch das gesamte Œuvre zu sehen. Zur
Ausstellung erscheint die von Lothar C. Poll herausgegebene
Monografie, "Prinzip Collage" mit Beiträgen von
Karlheinz Lüdeking, Pierre Restany, Lothar Romain, Eberhard
Roters und John Anthony Thwaites.
Kaufmanns künstlerischer Werdegang begann 1946 in Düsseldorf,
wo er an der dortigen Staatlichen Kunstakademie studierte, zuerst
mit dem Schwerpunkt Malerei. Nach Beendigung des Studiums schloß
er sich 1953 der legendären Künstlergemeinschaft „Gruppe
53“ an, der auch Künstler wie Heinz Mack und Otto
Piene angehörten und deren Vorsitzender Kaufmann 1957-1960
war.
Ab 1960 beschäftigte Kaufmann sich mit der neuen Werbe-
und Medienwelt in Zeitungen und Glanzzeitschriften. Aus Schnipseln
und Papierfetzen entstanden erste Zeitungscollagen. Eine Steigerung
ergab sich Mitte der 60er Jahre; in seinen berühmten Litfaßsäulen
verband sich das Prinzip Collage mit Objektkunst. Ende der 60er
kamen weitere Werkstoffe wie Negativfilme in der Collagengestaltung
hinzu.
Eine Interimsphase in den frühen 70er Jahren führte
Kaufmann noch einmal zur Malerei. Er malte Acrylbilder, die
Collagen vortäuschen. Diese Phase blieb kurz: 1977 kehrte
er zur reinen Collagentechnik zurück. Während dieser
ganzen Zeit (von 1967 bis 1990, dem Ende seiner Lehrtätigkeit,)
war er Professor an der Hochschule der Künste, Berlin.
In seinem Spätwerk in den 80er und 90er Jahren waren Collagen
weiter das wichtigste Medium. Jedoch rückte er in der Ausführung
von thematischen Darstellungen ab, vielmehr wurde ein eher haptischer
Umgang mit Materialien wie Packpapier, Wellpappe und anderen
unbedruckten, neutralen Werkstoffen wichtig. Aus diesen "Rohstoffen"
entstanden gestalterisch reife monochrome, plastisch reliefartig
geformte Arbeiten, seine sogenannten "geschlossenen Bilder".
Kaufmann lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Anlässlich seines 75. Geburtstages hat Herbert Kaufmann
1999 der Kunststiftung Poll ein Konvolut wichtiger in Berlin
entstandener Arbeiten (Bilder und Säulen aus den Jahren
1968 - 1985) übereignet, die jetzt parallel in der Galerie
der Kunststiftung (Gipsstraße 3 in Mitte) gezeigt werden.