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JULIO
PAZ
(Argentinien)
"Kleines Glück in der
Oranienburger "
4 .9. bis 9.10.2004
14.9., 19 Uhr, Lesung
Regina Scheer
"Im Schatten der Sterne"
Eine jüdische
Widerstandsgruppe
(Aufbau-Verlag)
Eintritt frei
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Wie dekoriert man Mangelware?
Wie kaschiert man leere Regale? Die Schaufenstergestalter des
Ostens wussten es. Zu DDR-Zeiten stapelten sie ohne Scheu unansehnliche
Einmachgläser, bauten Türme aus verbeulten Konservendosen,
platzierten immergrüne Pflanzen auf Fußbänkchen
und verteilten liebevoll Pantoffeln aus Vietnam hinter den Scheiben.
Den 1939 in Buenos Aires geborenen Julio Paz, der sich 1989 anlässlich
der „Intergrafik“ als Gast des Verbandes Bildender
Künstler in Ost-Berlin aufhielt, ließen die prosaischen
Arrangements nicht mehr los. Was in der Spandauer Vorstadt und
im Scheunenviertel von Berlin nach und nach verschwand, Julio
Paz hielt es auf seinen Bildern fest: Das Firmenschild des Optikers
Pepi, die aufgesockelten Gesundheitsschuhe vor vergilbten Tapeten
und den parkenden Trabi mit Plüschsitzen im Leopardenmuster.
Da es keineswegs das Anliegen des Künstlers war, die übersichtlich
angeordnete Einheitsware in den Schaufenstern des Ostens der
Lächerlichkeit preiszugeben, wurde ihm zu Ehren 1992 sogar
das „Café Paz“ in der Rosenthaler Straße
eröffnet. Seine Arbeiten bieten nämlich mehr als graue
Nostalgie. Von ungebändigter Experimentierfreude zeugen
die expressiven Bilder, die anlässlich der zehnjährigen
Städtepartnerschaft Berlin – Buenos Aires in der
Galerie der Kunststiftung Poll in der Gipsstraße 3 zu
sehen sind. Hier werden die Grenzen der Malerei ausgelotet und
es gelingen dem Künstler erstaunlich frische Collagen,
Assemblagen und combine paintings.
Der Künstler, der nach dem Militärputsch
Buenos Aires verlassen musste, lebt und arbeitet seit Ende der
siebziger Jahre in Mailand als Bühnenbildner und Grafiker.
Seit 1965 Ausstellungen in Buenos Aires, Tucumán, Milano,
Berlin und New York. Das grafische Werk von Paz ist heute in
vielen wichtigen grafischen Sammlungen Argentiniens, in Paris,
Leipzig und Milano vertreten.
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