Zielsetzung

Die 1986 als gemeinnützige Gesellschaft gegründete Kunststiftung Poll widmet sich der Förderung und Erforschung figurativer Kunst im 20. Jahrhundert. Sie setzt sich dafür ein, dass bestimmte künstlerische Einzelpositionen des Realismus, unabhängig von Tagesmoden oder Entwicklungen des Marktes, für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben, fachkundig betreut werden und wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren. Hierbei spielt die Kunstsammlung der Stiftung, die seit einigen Jahren nach Bestätigung der zuständigen Landesbehörde Museumseigenschaft besitzt, eine zentrale Rolle. Schwerpunkt der stiftungseigenen Arbeiten bilden die künstlerischen Nachlässe, Zustiftungen und Werkgruppen von Hermann Poll, Herbert Kaufmann, Peter Sorge, Maina-M.Munsky u. a. sowie Arbeiten europäischer Künstler, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ähnliche Entwicklungen genommen haben. Zuletzt wurde das fotografische Archiv des 2004 verstorbenen Künstlerfotografen Erhard Wehrmann von der Kunststiftung übernommen. Die Stiftung bemüht sich weiterhin um Werke, die sich sowohl mit aktuellen gesellschaftlichen Erscheinungen als auch mit den großen realistischen Strömungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auseinandersetzen.

 

Seit 1997 zeigt die Kunststiftung in der von ihr geführten Galerie in der ehem. Musikschule Mitte regelmäßig Ausstellungen nicht nur aus den Beständen sondern auch aktuelle Arbeiten von zeitgenössischen Künstlern (z.B. Oz Almog, Stefan Höller, Susanne Knaack oder Esther Shalev-Gerz) und hier mit Schwerpunkt Fotografie (z.B. Göran Gnaudschun, Doug Hall, Thomas Leuner, Irina Liebmann oder Gabriele u. Helmut Nothhelfer). Eigene wissenschaftliche Projekte ergänzen die Arbeit der Stiftung, die von einem Beirat unterstützt wird, der aus Künstlern, Museumsdirektoren, Kunstkritikern und Sammlern zusammengesetzt ist.

 

Projekte

In 2003/04 hat die Kunststiftung in Zusammenarbeit mit der Galerie Eva Poll das Ausstellungsprojekt Gall is sweet, my love! realisiert, das sich mit den in den 60er und 70er Jahren von Malern und Grafikern des Realismus bevorzugt herangezogenen fotografisch geprägten Bildformen und Wahrnehmungsmustern befasst.

2005/06: Spurensicherung - Zwischen Figuration und Abstraktion (Hermann Kirchberger, Becky Sandstede, Christel Poll) danach Erhard Wehrmann, documentamomente - Fotoportraits von documenta Künstlern in Kassel und Berlin.

2007: Als Kunstkritik noch Wirkung zeigte… Schreiben für die Kunst - Das Lesebuch Heinz Ohff (jetzt in 2.Aufl.);

2009: Ein anderer Blickwinkel auf dem Berliner Kunstsalon und Berliner Gesichter von Ursula Kelm;

2011: Bilder des Lichts und der Stille, Werkdokumentation Hermann Poll.

 

Als weiteres Vorhaben ist für 2012/2013 in Vorbereitung: Fluchtpunkt ARKADIEN - Deutsche Maler in Italien 1945-1955: Eduard Bargheer, Werner Gilles, Hermann Poll und Max Peiffer-Watenphul.